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Am 01.03.2013 machten wir uns auf den Weg zum Papiermuseum „Alte Dombach“ in Bergisch Gladbach. Mit 14 Auszubildenden und drei Ausbildern fuhren wir um 9 Uhr in zwei Bussen los.
Nach einer eineinhalb-stündigen Fahrt kamen wir in dem kleinen Wohnort Sand an. Auf dem Museumsgelände erwartete uns eine junge Dame, die mit uns eine Führung über das Gelände und durch die Gebäude machte.

Das LVR Industriemuseum Bergisch Gladbach gehört zu den größten Papiermuseen Deutschlands. Die Papiermühle "Alte Dombach" besteht aus mehreren Fachwerkgebäuden, wo seit 1620 Papiermacher wohnten und arbeiteten. Das heutige Museum zeigt die Geschichte der Papiermühle und Themen rund um die Herstellung und Verwendung von Papier. Das Museum präsentiert ebenso Aspekte der Verpackung, der Werbung sowie ökologische Auswirkungen der Papierherstellung.

Den Schaubetrieb des Mühlrads, das Lumpenstampfwerk und die Laborpapiermaschine kann man dort in Aktion besichtigen, wobei uns, zu unserem Pech, Umbaumaßnahmen und Witterungsverhältnisse vor Ort die Möglichkeit genommen haben, alles zu besichtigen. Dennoch konnten wir aktiv mitmachen und unser eigenes Papier schöpfen, während ein Video aus der Zeit lief,  in der die Papiermühle noch in Betrieb war. Unsere Gruppenleitung erläuterte uns die schwierigen Arbeitsbedingungen, die bei der traditionellen Papierherstellung gegeben waren.

Aus dem dünnen Papierbrei (Stoff) in der Bütte (= Bottich, daher der Name des Büttenpapiers) schöpfte der Papiermacher das Blatt mit Hilfe eines sehr feinmaschigen, flachen, rechteckigen Schöpfsiebes aus Kupfer von Hand. Das Schöpfsieb zeichnet sich durch einen abnehmbaren Rand, den Deckel aus. Die Größe des Papierbogens wurde von der Größe des Siebes bestimmt. Nun drückte der Gautscher den frischen Bogen vom Sieb auf ein Filz ab, während der Schöpfer den nächsten Bogen schöpfte. Nach dem Gautschen wurden die Bögen in großen trockenen Räumen, vornehmlich auf Speichern und Dachböden, zum Trocknen aufgehängt, anschließend wurde das Papier nochmals gepresst, geglättet, sortiert und verpackt (eine Pauscht entspricht 181 Bogen Papier). Handelte es sich um Schreibpapier, wurde es geleimt. Dazu wurde es in Leim getaucht, gepresst und getrocknet, um die Tinte am Verlaufen zu hindern. Bei Handarbeit, die heute in der Regel nur bei Fasern – und somit Papier – hoher Qualität angewendet wird, nehmen die Fasern keine bevorzugte Richtung ein. Die benötigten Zellstofffasern wurden bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts aus abgenutzten Leinentextilien, wie Lumpen oder Hadern (Schafspelz) gewonnen. Lumpensammler und -händler versorgten die Papiermühlen mit dem Rohstoff, welcher in den Papiermühlen in Fetzen geschnitten, manchmal gewaschen, einem Faulungsprozess unterzogen und schließlich in einem Stampfwerk zerfasert wurde. Das Stampfwerk wurde mit Wasserkraft angetrieben, daher liegt die ehemalige Papiermühle an der Strunde. Dieser gleichmäßig führende Bach war die wichtigste Grundlage für die Papierherstellung, da man viel und gleichbleibendes Wasser brauchte, welches die Räder der Geschirre und Geläufe drehte, zudem brauchte man sauberes und fließendes Wasser, das durch die Bottiche und Bütten floss, um sie zu reinigen. In der Strunde kam es deshalb zu einem großen Fischsterben, da durch die Papierherstellung viele Chemikalien in den Bach gespült worden sind. Daher auch das Mahnmal.

Heute hat sich die Papierherstellung vom Prinzip nicht verändert, sie wurde dennoch durch Maschinen vereinfacht. Diesen Vorgang konnten wir anhand einer Miniatur Papiermaschine sehen. Eine Fasersuspension (Stoffgemisch aus einer Flüssigkeit und einem darin fein verteilten Feststoff) wird über ein Schöpfrad und einen Stoffauflauf auf ein Schüttelsieb, die Siebpartie, aufgebracht und entwässert (heutzutage mit Vakuumsaugern). Das grob entwässerte, aber noch nasse Papier wird anschließend durch Presswalzen geleitet und durch die mit dampfbeheizten Trockenzylindern versehene Trockenpartie weiter getrocknet.

Die Leistung heutiger Papiermaschinen ist um ein Vielfaches größer. So produziert eine moderne Papiermaschine in einer Stunde mehr als die Jahresproduktion einer Papiermaschine des 19. Jahrhunderts. Die Abmessungen liegen derzeit bei etwa 12 m Arbeitsbreite und einer Gesamtlänge von über 100 m, die Gesamthöhe erstreckt sich auf über 2 Stockwerke. Die Produktionsgeschwindigkeit beträgt 1800 m/min für (Zeitungspapiere, Tissuepapiere). Schnellere Anlagen sind bereits in der unmittelbaren Einführungsphase. Aktuell stoßen moderne Papiermaschinen bis zu 2000 m/min aus, nicht nur kurzfaseriges Zeitungspapier, sondern hauptsächlich Testliner.

Nach einer sehenswerten und informativen Besichtigung ging es zum Mittagessen ins Roadstop in Wuppertal, wo es amerikanische Spezialitäten gab. Über den Ausflug haben wir uns sehr gefreut und es war sehr interessant, den Entwicklungslauf des Papiers zu entdecken

 

- Ein Bericht der gewerblichen und kaufmännischen Auszubildenden (März 2013) -